Stadtgemeinde Hollabrunn
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Geschichte der Stadt
Die Stadt Hollabrunn, inmitten fruchtbaren, hügeligen Rebenlandes im Tal des Göllersbaches gelegen, ist Zentralort des westlichen Weinviertels. Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an den Ernstbrunner Wald, das größte, zusammenhängende Eichenwaldgebiet Österreichs. Die verkehrsmäßige Ausrichtung wird durch die Lage an der Achse Wien-Znaim-Prag bestimmt, die hier von den Verbindungen aus dem östlichen Weinviertel gekreuzt wird. In der Stadt leben rund 6.100 Einwohner, in der Großgemeinde (Zusammenlegungen: 1969 bzw. 1972) 11.000 Personen. Das Gemeindegebiet (23 Katastralgemeinden) ist mit 152,38 km² fast flächengleich mit dem Fürstentum Liechtenstein.


Auszüge aus der Stadtchronik
v. Chr.:
Erstnennungsurkunde

um 4000
Siedlungsgruben um Winzerweg / Satzer Kellergasse


n. Chr.:
1135
-erste urkundliche Nennung: Weingartenschenkung an das bayerische Kloster Reichenbach (Kreis Cham, Oberpfalz)
"...in austria holerbrunnen willolvisdorf manos VII et uineas tres..."
(In Österreich, Hollabrunn, Willolvisdorf Häuser 7 und Weingärten 3)
vor 1377
-Marktrecht

1565
-11. Juli Marktwappenverleihung: Geteilter Schild. In der oberen Hälfte auf blauem Grund eine goldene Wolfsangel, begleitet von zwei Sternen. In der unteren Hälfte ein Gewässer mit Schwan vor einem Brunnen (aus Anlass der Stadterhebung 1908 wurde die Mauerkrone beigefügt)

1579
-Lateinunterricht an der Hollabrunner Schule

1580
-Hollabrunn ist zur Gänze protestantisch

1624
-Wolf Georg von Gilleis auf Sonnberg, Raschala und Oberhollabrunn; er konvertiert zum Katholizismus

1632
-Hollabrunn hat 121 aufrechte Häuser

1645
-Verwüstung durch die Schweden unter General Torstenson

1649
-Pest

1649
-Die Fahrpost Wien - Hamburg über Hollabrunn und Prag benötigt 14 Tage

1670
-Brandzerstörungen an der Pfarrkirche; barocke Umgestaltung des Langhauses

1679
-Pest

1681
-Errichtung der Pestsäule am Hauptplatz, Figurenschmuck ergänzt 1713.

1683
-König Johann III. Sobieski von Polen und Herzog Karl V. von Lothringen in Hollabrunn (Lager an der Aspersdorferstraße) vor dem Entsatz Wiens (Türkenbefreiung)

1688
-Pest

1702
-Installierung der philosophisch-theologischen Hauslehranstalt der Kapuziner am Hollabrunner Kapuzinerkloster

1708
-Versetzung eines neuen Prangers; Florianibrunnen am Lothringerplatz
(mit dem Schaft des alten Prangers)
1713
-Pest; in Hollabrunn 130 Opfer

1716
-Gründung des Schützenvereins (Schützenhaus 1880 wegen Bau des Seminars geschliffen, Neubau in der Wienerstraße 1881)
Schützenhaus

1719
-Fast der ganze Markt Hollabrunn geht in Flammen auf (85 Brandstätten von ca. 127 Häusern)

1746
-3. Juni (letzte?) Hinrichtung auf dem Galgenberg (Kindesmörderin)

1776
-Preußen in Hollabrunn

1783
-Aufhebung des Kapuzinerklosters

1805
-Schlacht bei Oberhollabrunn bzw Schöngrabern (Tolstoj, "Krieg und Frieden") epigraphischer Hinweis auf die "Schlacht bei Hollabrunn" am "Arc de triomphe" in Paris

1809
-abermalige französische Invasion, Rückzugsgefecht gegen die Franzosen; die Kriegsereignisse von 1805 und 1809 zerstören das historische Ortsbild des alten Hollabrunn, schwerste Besatzungsrepressalien, Plünderung, Brandstiftung, Mord, Franzosenkreuz (Kriegergrab) in der Steinfeldgasse, Kaiser Franz in Hollabrunn

1850
-Oberhollabrunn wird Sitz von Bezirksverwaltungsbehörde und Bezirksgericht, der "Gerichtssaal" befindet sich zunächst im Haus Pfarrgasse 6

1862
-die Quellen der Schwemme am Hauptplatz werden zu einem Brunnen gefaßt

1863
-Floriani-Statue über dem Brunnen am Hauptplatz; 1878 Abdeckung des Brunnens

1865
-Anschluss an das Telegraphennetz

1871
-Eröffnung der Teilstrecke Stockerau - Znaim "k.k.priv.österr.Nordwestbahn" (1. Nov.) für den Personen- und Güterverkehr als "Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn". Der Abschnitt, der zum Bezirksinspektorat Znaim gehörte, war Teil der Hauptstrecke Jedlesee-Jungbunzlau. Die Strecke Wien-Znaim (100,8 km) wurde mit 1. Jänner 1908 verstaatlicht.

1878
-Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberhollabrunn. Das alte Zeughaus (Amtsgasse 1) wurde anstelle einer Schulturnhalle eingerichtet; 1978 Neubau in der J. Weisleinstraße.

1880
-Gründung der Israelitischen Cultus-Genossenschaft in Hollabrunn

1884
-Errichtung der Jahn-Turnhalle
Janturnhalle

1891/93
-Abbruch der Häusergruppe an der Einmündung der Th. Körnergasse in den Hauptplatz ("Stöckl")

1893
-Mädchen Volks- und Bürgerschule im Haus Koliskoplatz 7 errichtet

1896
-zweiklassige Knabenbürgerschule im Haus Kirchenplatz 4

1898/99
-Errichtung des Jugendstilgebäudes Hauptplatz 13

1899
-Erweiterung des Amtsgebäudes, neuer Flügel an der Winiwarterstraße; der an die ehem. Klosterkirche angrenzende Zubau war 1892 fertiggestellt worden
1901
-Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde Oberhollabrunn, sie gehörte bisher zum Sprengel der Kultusgemeinde Horn. Das Objekt Winiwarterstraße 9/Straußgasse 1 diente schon vorher als Bethaus.

1903
-Gründung des Städtischen Museums, Unterbringung im Rathaus

1905
-Adaptierung des Hauses KN 187 (Hauptplatz 1) als Rathaus; 1907 Turm aufgesetzt

1906
-Hollabrunn wird Standort einer Lehrerbildungsanstalt (erster Jahrgang im Gymnasium, 1907-1909 im Sparkassengebäude). Grundsteinlegung des Hauses Reucklstraße 9 anlässlich der Stadterhebungsfeier 1908, Inbetriebnahme 1909.

1908
-18.06. Stadterhebung (Stadterhebungsfeier am 4. Oktober)
-der Hollabrunner Prähistoriker Dr. Josef Bayer entdeckt die "Venus von Willendorf"

Venus von Willendorf, Gedenktafel am Geburtshaus, Dr. Josef Bayer

1913 - 1914
-Wasserleitung, Pumpwerk I in Magersdorf errichtet (Dr. Kolisko)

1916
-Errichtung des Barackenlagers südlich der Stadt. Zum Flüchtlingsstrom seit Herbst 1914 aus den östlichen Kriegsgebieten der Monarchie (Galizien und Bukowina) traten 1915 noch die "Internierten", Personen aus den slawischen und italienischen Landesteilen, die man wegen ihrer nationalen Gesinnung nicht in der Nähe der Kriegsgebiete belassen wollte.
-Schmalspurbahn ins "Lager"

1919
-freie Vereinsbildung für Mittelschüler, Gründung der k.-ö. Studentenverbindung "Arminia" (als einzige Verbindung wiedergegründet 1948)
1928
-Ortsnamensänderung am 2. Jänner in "Hollabrunn" (Genehmigung des Gemeinderatsbeschlusses vom 6. Mai 1926 durch die NÖ Landesregierung am 30. November 1927)

1939
-Errichtung eines Truppenausbildungslagers an der Suttenbrunner Straße

1940
-Offizielle Auflösung der Israelitischen Kultusgemeinde Hollabrunn

1945
-April/Mai russische Bombenabwürfe über Hollabrunn

1945
-Abzug der deutschen Truppen am 7. Mai (Brückensprengungen), am 8. Mai Einmarsch der Roten Armee. Der letzte Frontverlauf war seit 19. April bei Enzersdorf im Thale. Anfänglich sind 6000 Mann Besatzungstruppen in der Stadt, die z.T. zwischen der Straße nach Magersdorf und dem Friedhof biwakieren. Die Kommandantur zieht im Rathaus ein. Im ehem. Seminar wird der Stab eingerichtet.

1947
-Das Rathaus wird wieder von der Gemeindeverwaltung übernommen, es befand sich seit 1945 im Haus Bahnstraße 22. Die Kommandantur kam für kurze Zeit weg von Hollabrunn und wurde später im Haus Koliskoplatz 1 wiedererrichtet - sie bestand dort bis 1955, wobei auch das Haus Koliskoplatz 2 beschlagnahmt worden ist.
-Wiederherstellung der gesprengten Brücken und der zerstörten Kanalisation
Sonderausgabe blickpunkt

1954
-erstes "Hollabrunner Volksfest"

1955
-Abzug der letzten Russen aus Hollabrunn

1957
-Errichtung des Finanzamtes auf dem Areal des Schillerparkes.

1965
Die Weisleinmühle wird als letzte der Hollabrunner Mühlen stillgelegt

1966
-Gründung der Handelsakademie und Handelsschule zunächst als Privatschule der Wiener Kaufmannschaft; seit 1991 verbundlicht
1972
-Entstehung der Großgemeinde Hollabrunn durch Eingemeindung (21 Orte)
-Weihe der Kirche "Maria Hilfe der Christen" in der Gartenstadt (Baubeginn 1970)
-Eröffnung des Stadtsaals

1974
-Adaptierung der Alten Hofmühle als Museum

1975
-Sporthalle geht in Betrieb

1976
-Eröffnung der HTL

1978
-Landwirtschaftliche Fachschule, Neubau am Sonnleitenweg , 1981 Inbetriebnahme
-Errichtung des Feuerwehrhauses in der J.-Weisleinstraße

1979
-Bau des Gebäudes der Höheren Technischen Bundeslehranstalt
-Schnellbahnbetrieb bis Hollabrunn (vorher seit 1962 bis Stockerau)

1980
-Bezirkshauptmannschaft, Neubau in der Mühlgasse bezogen (2000 Ausbau des Dachgeschosses)

1983
-Pädagogisches Institut des Bundes

1984
-Errichtung des Pfarrzentrums St. Ulrich;

1987
-Umfahrung der B 303 eröffnet (Spatenstich 1981)

1992
-Neues Krankenhaus geht in Betrieb
1994
-Eröffnung der Fußgängerzone und des neu gestalteten Hauptplatzes
Renovierungen der Pestsäule (zuletzt 1890) und des Floriani-Brunnens am Hauptplatz

1997
-Eröffnung der Stadtwerke in der Steinfeldgasse, Übersiedlung des Wasserwerkes und des Bauhofes von der J. Weisleinstraße hierher

1998
-Fernheizwerk (Holz-Hackschnitzel) errichtet
-Schließung des alten Schlachthofes der Stadtgemeinde, Bau eines EU-Schlachthofes durch die Firma Gantner am Gewerbering
Schlachthof

1999
-Gründung der "Hollawind GesmbH" zur Errichtung von Windkraftanlagen bei Dietersdorf, Langer Berg

2000
-Stronach-Fußball-Akademie in Hollabrunn
-Eröffnung Einkaufszentrum Eurocenter westlich der Aspersdorferstraße; Auflassung des Raiffeisen-Lagerhauses in der Gschmeidlerstraße und der "Spar-Märkte" in der Stadt
-Inbetriebnahme des freien Radiosenders GymRadio 94,5

2001
-Eröffnung des Regionalen Innovationszentrums (RIZ)
-Ringo (Siemens)-Call-Center

2002
-Hollabrunn wird Hochschulstadt Uni-Zentrum Hollabrunn für Wirtschaftsingenieurwesen, Umweltmanagement und Betriebswirtschaft (Bachelor-Studium)

2004
-Sozialpsychiatrische Tagesklinik am Krankenhaus Hollabrunn (auch für die Bezirke Korneuburg und Mistelbach (Spatenstich 24. Oktober 2002)
-Umbau des Rathauses, Dienstbetrieb in den neuen Räumen (erste Etappe) ab 27. Dezember
-Städtepartnerschaft mit Holíc [Holitsch] / Slowakei

2005
-Städtepartnerschaft mit Kyjov [Gaia] / Mähren
-Errichtung einer Windkraftanlage in der KG Aspersdorf

2006
-HTL um einen Zubau von 3000m² Nutzfläche erweitert

2007
Logo

-Das Rathaus erhhält eine neue Fassade.
-Beginn der Einrichtung des Stadtarchivs Hollabrunn im ehem. Zellentrakt des Bezirksgerichts, Koliskoplatz 8.
-Das neue Logo für Hollabrunn wird erstellt.

2008
Hollabrunn feiert sein 100jähriges Bestehen als Stadt!
-Baubeginn der neuen Volksschule in Breitenwaida
-Baubeginn des neuen Kindergartens in der Robert Löfflerstraße

2009
-Beginn einer neuen Aktion Stadterneuerung und Teilnahme am EU-Projekt "Innocité"
-Bahnstrecke Wien-Znaim durchgehend elektrifiziert

2010
-offizieller Start der Stadterneuerung ist der 01.01.2010
-Wochenendnachtbus durch alle Hollabrunner Katastralgemeinden
-Kreisverkehr am Bahnhofsplatz



Die gesamte Stadtchronik mit allen Details können Sie hier herunterladen:

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