HOLLABRUNN
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Teilsanierung "Alte Hofmühle"



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information in english

GESCHICHTLICHER ABRISS DER "ALTEN HOFMÜHLE"
Die Hofmühle gehört zu den ältesten und kulturgeschichtlich interessantesten Gebäuden der Stadt Hollabrunn. Ursprünglich im Verband mit dem Hollabrunner Herrensitz und dem bis um 1720 gegenüber an der Mühlgasse befindlichen Meierhof war das Areal im Mittelalter wirtschaftlicher Mittelpunkt der Ortsherrschaft, der Herren von Sonnberg, deren Residenz hier aus dem Jahr 1336 urkundlich bezeugt ist. Diese besaßen mindestens den halben Markt Oberhollabrunn. Die Sunnberger, ein uradeliges Geschlecht, das sich nach der Burg Sonnberg nannte und mit den altösterreichischen Familien der Khuenringer, Mistelbacher und Seefelder vielfach verwandt und verschwägert war, starben 1405 mit Vivianz von Sunnberg aus, und die Hofmühle ging an verschiedene Erben. Durch die Mazeber von Judenau kommt die Mühle 1556 schließlich in den Besitz der Gilleis, die in ihrem Herrschaftsbereich insgesamt neun Mühlen kontrollierten

Ein Wolf Georg von Gilleis war es schließlich, der den Müllern von Hollabrunn eine eigene Handwerksordnung gab (1592), die durch seine Söhne in den Jahren 1612 und 1624 bestätigt wurde, noch bevor die Müller des oberen Midabaches zur "Zöchen Stockerau" inkorporiert wurden.

Franz Neusser, Blick auf die Mühle (Datum unbekannt)

Aus dieser Zeit stammt auch der Mittelteil des Hauptgebäudes der Hofmühle. Es war zunächst ein kleines, ebenerdiges Haus mit einem Keller unter dem heutigen Hausflur. Durch wiederholtes An- und Aufbauen erhielt es die heutige Größe. Die Fassade verrät, dass der formbestimmende Bau um 1600 abgeschlossen gewesen sein muss, und es bestätigt die über der Ausfalltüre der Umfassungsmauer eingemeißelte Jahreszahl 1614 das damals angelegte Konzept.

Am Schnittpunkt bedeutender Straßen sollte ein bewehrter Platz für Sicherheit sorgen. Von Wasser und Sumpf umgeben, schützte eine mittlere Mauer den Verwaltungs-, Versorgungs- und Kampfstützpunkt.

Auf die ehemalige Bedeutung weist die Benennung "Hofmühle", und selbst die ungewöhnliche Dimension der Anlage gibt Zeugnis von deren vorrangiger Stellung. Nach dem Westfälischen Frieden mussten die Gilleis, teilweise unter dem Druck der Gegenreformation, ihre Besitzungen verkaufen. Käufer ist Reichsgraf Gundakar von Dietrichstein, dessen Wappen, zwei Rebmesser in einem von Gold und Rot schrägrechts geteiltem Schild - bis 1900 den Torbogen der Hofmühle zierte. Der Kaufpreis betrug 115.000 fl. und 1.000 Dukaten Leihkauf. In dem Schätzungsprotokoll für die Gilleisische Herrschaft aus dem Jahre 1633 wird das ehemalige Herrenhaus bzw. die Hofmühle schon als halbe Ruine bezeichnet. Es könnte beim großen Erdbeben 1597 zu Schaden gekommen sein. Es ist auch anzunehmen, dass die Stein- und Ziegelreste von den Anrainern zum Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser (1645 Schwedeneinfall) verwendet wurden.

Charakteristisch für den alten Schlossbesitz ist der sehr große Park, sowie die große Gartenanlage, die sich ursprünglich an der Westseite befand. Der Park, der von dem etwa 50m entfernt entspringenden Midabach durchflossen wird, ist selbst noch Quellgebiet. Im Hof der Mühle entsprang eine starke Quelle, von der man sagt dass dies der eigentliche "Hollabrunnen" gewesen sei. Die Besiedlung des Ortes ist durch Funde aus der Hallstattzeit durch mehr als 3.000 Jahre nachgewiesen. Die Mühle wird als "oberschlächtig mit zwei Gängen" bezeichnet. Die letzten Hofmühlpächter waren:

Vor 1650 Gabriel Zimmerer, 1653 Hans Schmitt ,1666-1676 Joachim Stagel und 1686 Hans Schindler , der vorher dort schon Mühljunge war. 1689 kauften Andreas und Katharina Zeininger die Mühle um 3.000 fl und 12 Spezies Dukaten von der Herrschaft Sonnberg. Nach dem Tod des Müllers (1698) heiratete die Witwe Katharina 1699 Andreas Eder. 1699 - 1727 Eder Andreas und Katharina, 1727 - 1755 Eder Johann Adam und Maria Jakobe (geb. Holzer), 1755 - 1767 Eder Johann Adam und Anna Maria (geb. Schwartzl), 1767 - 1779 Eder Anna Maria als Witwe, 1779 -1812 Eder Michl . und Theresia (geb. Kleebinder), 1812 - 1819 Eder Michl als Witwer, 1819 - 1836 Eder Carl und Susanne )geb. Rötzl), 1836 - 1862 Eder Carl als Witwer, 1862-1867 Eder Carl und Franziska (geb. Kroat), 1867 -1874 Eder Ludwig und Josefa (geb. Weber)
1874 kauften Johann und Walburga Schneider die Mühle. Nach dem Tod der Frau heiratete der Witwer 1876 eine Barbara. 1895 wurde diese Witwe und verkaufte an den Müller Ignaz Althammer und an dessen Frau Antonia. 1904 kam das Anwesen in den Besitz von Franz Gruber und Maria (geborene Metzger) Von deren Kindern kaufte die Stadtgemeinde Hollabrunn 1937 das Anwesen. Der Mühlenbetrieb wurde um 1928 eingestellt. Zur Mühle gehörte eine Anzahl von Grundstücken. Am Rande der Wiese, südlich vom Park (heute Höhere Landeslehranstalt für Wirtschaftliche Berufe) stand ein rechteckiger Pavillon aus Birkenholz mit Strohdach. Eine Birkenbrücke führte vom kleinen Garten rechts in den Park, der den Namen Eder-Waldl trug, sowie zu den Feldern hinter der Mühle gegen Aspersdorf, die noch heute Ederfeld genannt werden. lm Park verlief den Bach entlang ein schöner Kiesweg, über eine Brücke kam man zu einem runden Wasserbecken mit Springbrunnen.

Hinter der Mühle war ein großer Teich mit einer kleinen Insel, die man mit dem Boot erreichte. Im Hof rechts stand eine kleine Kapelle; bis zum Ende des 19. Jh. wurden dort noch Reste von Steinfiguren gefunden. Vor der Mühle stehen noch heute uralte Linden, die unter Naturschutz stehen. Das Tor zum Mühlenhof ist barockisiert und trägt die Jahreszahl 1614,wahrscheinlich das Renovierungsdatum.

Alte Hofmühle (1954)

Am Nachmittag des 16. November 1805 entbrannten an der Straße von Suttenbrunn nach Schöngrabern heftige Kämpfe. In Hollabrunn steht schließlich die Hofmühle, in der Napoleon am Nachmittag des bewussten 16. November abgestiegen sein soll. Noch schwerer wurde der Markt am 9. Juli 1809 nach der Schlacht bei Wagram betroffen. Durch die Kämpfe zwischen der österreichischen Arcieregarde mit den vom Kirchenwald herabströmenden Franzosen wurde der Markt Oberhollabrunn zerstört. Lange noch waren am Kirchenturm und an vielen Häusern die Verwüstungen zu sehen. So auch an der Eder-Mühle. Eine Kanonenkugel soll, während Michl Eder beim Schreibtisch saß, beim offenen Fenster hereingeflogen und über den Diwan gerollt sein.
Am 23. Oktober 1810 brach im Ort ein Großfeuer aus, dem 49 Häuser zum Opfer fielen, darunter auch die Hofmühle Der Gesamtschaden an der Mühle betrug 40.000 fl. Während der beiden Weltkriege kam es zu einem häufigen Besitzerwechsel, und das Anwesen verkam zusehends. In der Absicht, die Hofmühle vor dem endgültigen Verfall zu retten, wurde das historische Gebäude in ein Museum umgestaltet. Am 21.Juni 1974 war die Eröffnung. Heute ist dort nicht nur das Hollabrunner Heimatmuseum mit ständig neuen und interessanten Ausstellungen untergebracht, sondern auch ein sehr rühriger Kulturverein namens " Kulturmü".

ISTZUSTAND:
Generell befindet sich der Zustand der alten Hofmühle in einem schlechten Zustand. Das augenscheinlich größte Problem ist - auf Grund der ursprünglichen Nutzung als Mühle - der angrenzende Wasserlauf und der hohe Grundwasserspiegel in diesem Bereich.

Die ständig aufsteigende Feuchtigkeit zersetzt langsam das Grundmauerwerk und führt auf Grund von Setzungsrissen (Unterspülung der Fundamente) zu Rissen im Mauerwerk die bereits bis in Obergeschoss reichen. Auf Grund der Feuchtigkeit, die im gesamten Gebäudekomplex zu finden ist, wird zum einen bereits jetzt die Gebäudesubstanz massiv und zum anderen - auf lange Sicht - die Museumsstücke angegriffen. Auch der als Schutz vor Witterung und Feuchtigkeit dienende Verputz, löst sich in vielen Bereichen der Fassade bereits ab. Dadurch wird der Zerstörungsprozess weiter beschleunigt.

Um diese Problematik zu lösen müsste das gesamte Grundmauerwerk ordnungsgemäß verputzt und eine horizontale Abdichtung eingebaut werden. Nur so kann eine weitere Zerstörung verhindert werden. Auch der gesamte Dachstuhl inkl. Dachlattung muss übergangen und teilweise erneuert werden, da bereits einige Stellen schadhaft bzw. Dachlatten gebrochen sind.

Derzeit wird die Alte Hofmühle als Museum und Kulturmühle verwendet. Da es sich hierbei um einen teilweise öffentlichen Bereich handelt, wäre es notwendig, sämtliche Einrichtung zur Barrierefreiheit herzustellen wie WC-Anlagen, Aufzug,…

Das bestehende Gebäude würde sich für viele Arten der Veranstaltung eignen, welche neben den derzeitigen Veranstaltungen wie Weihnachts- und Ostermarkt jedoch nicht stattfinden können, da die nötige Infrastruktur, Lüftung,… fehlt.









SANIERUNGS- und NUTZUNGSKONZEPT im Rahmen des Projektes "AUSBLICK MIT WEITBLICK" :

Das grenzübergreifende Projekt "Ausblick mit Weitblick" bietet die Möglichkeit das Baujuwel, welches auch als Zeitzeuge längst vergangener Tage zu verstehen ist, für die kommenden Generationen nachhaltig zu sanieren und es wieder mit Leben zu befüllen. Touristische, kulturelle und museale Funktionen aber auch Räume für Fort- und Weiterbildung sollen nun allen Bewohnern und Gästen der Stadt zur Verfügung stehen.

Das eingereichte Projekt sieht vor, Bestehendes zu erhalten, zu verbessern und neue zusätzliche Möglichkeiten der Raumnutzung zu schaffen.

In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) werden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, die bestehende Bausubstanz in denkmalpflegerischer Sicht zu sanieren, zu restaurieren bzw. zu erneuern.

Die ständig aufsteigende Bodenfeuchtigkeit des Grundwassers und des vorbeifließenden Mühlbaches führt bereits seit vielen Jahren zur Durchfeuchtung und somit zur Zerstörung des aufgehenden Mauerwerkes.

Damit das Gebäude auch für kommende Generationen erhalten bleiben kann, ist es zwingend erforderlich eine komplette Mauerwerkstrockenlegung und Fassadensanierung durchzuführen.

Die Sanierung der bestehenden Fenster und Türen, Böden, Dacheindeckung wird ebenfalls durchgeführt und die haustechnischen Einrichtungen (Elektrik und Heizung) soll auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden um den notwendigen gesetzlichen Bestimmungen für Veranstaltungen gerecht zu werden.

Auch der Vorgabe des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes der barrierenfreien Erschließung des Obergeschosses soll entsprochen werden. Eine Aufzugsanlage an der Nordseite des Gebäudes soll auch Menschen mit Behinderungen eine problemlose Nutzung des Gebäudes ermöglichen.

Um künftig nachhaltig mehr Besucher und Gäste in der Alten Hofmühle begrüßen zu können und um die geplanten Soft Activities des Projektes (Märkte, Ausstellungen, Bildungsaustausch,…) durchführen zu können ist es erforderlich Räume in Inneren des Gebäudes zu adaptieren bzw. zu ergänzen.

Die bestehenden Sanitäranlagen im Süden des Stalltraktes werden künftig erweitert, sodass den Veranstaltungsrichtlinien entsprechend die notwendige Anzahl an Sanitäreinrichtungen entsprochen werden kann. Dazu ist es notwendig den bestehenden Küchenbereich zu verlegen und hier die Räumlichkeiten für Personal und Sanitärbereiche für Männer und Frauen zu errichten. Auch ein Behinderten-WC wird errichtet.








Actual State

Generally, the condition of the "AlteHofmühle” is in poor condition. The most obvious problem is - due to the original use as a mill - the adjacent watercourse and the high groundwater level in this area.

The ever-rising moisture slowly decomposes the foundation masonry and leads to cracks in the masonry due to subsidence cracks (under-washing of the foundations) which already extend to the upper floor. Due to the humidity that can be found throughout the building complex, on the one hand the building fabric is already massively attacked and on the other - in the long run - the museum pieces are attacked. The plaster, which serves as protection against weather and moisture, is already dissolving in many areas of the facade. This further accelerates the destruction process.

To solve this problem, the entire foundation masonry would have to be plastered properly and a horizontal seal installed. Only in this way can further destruction be prevented.Even the entire roof truss incl. roof battens must be partially renewed, as already some places are damaged or roof battens are broken.

Currently the "Alte Hofmühle” is used as a museum and cultural location. Since this is a partially public area, it would be necessary to make all facilities barrier free such as toilet facilities, elevator, ...
The existing building would be suitable for many types of events, which shall take place in addition to the current events such as Christmas and Easter market.



Restoration and utilization concept in the context of the project AusblickmitWeitblick (Pohľad s výhľadom) "VISIO":

The cross-border project Ausblick mit Weitblick (Pohľad s výhľadom) "VISIO"offers the possibility to sustainably renovate the architectural jewel for future generations and to bring it back to life. Tourist, cultural and museum functions as well as rooms for further education and training should now be available to all residents and guests of the city.

The submitted project plans to preserve and improve the existing and to create new additional possibilities for the use of space.
In coordination with the Federal Monuments Office (BDA), all necessary measures will be taken to rehabilitate, restore or renew existing buildings in a monument preservation perspective.

The constantly rising soil moisture of the groundwater and the passing Mühlbach leads to the moisture and thus to the destruction of the rising masonry.To ensure that the building can be preserved for future generations, it is absolutely necessary to carry out a complete masonry drainage and façade renovation.

The renovation of existing windows and doors, floors, roofing is also carried out and the technical facilities (electrics and heating) should be brought to the current state of the art in order to meet the necessary statutory provisions for events.

The specification of the Federal Disability Equality Act of barrier-free development of the upper floor is to be met. An elevator system on the north side of the building should also enable people with disabilities to easily enter the building.
In order to be able to welcome more visitors and guests in the "AlteHofmühle” in the future, and to be able to carry out the planned soft activities of the project (markets, exhibitions, educational exchange, ...), it is necessary to adapt or supplement rooms inside the building.

The existing sanitary facilities will be expanded so that the required number of sanitary facilities can be met in accordance with the event guidelines. For this purpose, it is necessary to relocate the existing kitchen area and to build the premises for personnel and sanitary areas for men and women. A disabledtoilet will also be built.